Klimaphänomene ENSO, El Niño und La Niña

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Welche Auswirkungen haben die Klimaphänomene?

Stürme, Dürren und Fluten: Asien leidet wie kein anderer Kontinent unter schwersten Naturkatastrophen. Welche Rolle die Klimaphänomene ENSO, El Niño und La Niña wann und wo spielen, soll hier mit einfachen Worten kurz beschrieben werden. Sie bestimmen die beste Reisezeit und das Klima in rund drei Viertel der Welt.

Klimaphänomene

Extremphasen von ENSO, El Niño und La Nina

Alle 7 Jahre treten die Extremphasen von ENSO, El Niño und La Nina besonders stark auf, z. B. von 2015 bis 2016 als El Niño-Phase. El Niño- und La Niña-Klimaanomalien entwickeln sich in der Regel von April bis Juni. Tendenziell erreichen sie ihre maximale Stärke von Dezember bis Februar. Die Dauer reicht von 9 bis 12 Monaten, gelegentlich bis zu 2 Jahren.

Periodizität

Ihre Periodizität wird von drei überlagerten Systemen beeinflusst. Die Veränderungen der Atmosphäre haben einen kurzfristigen ca. 7-jährigen, die der Meeresströmungen einen 30- bzw. 60-jährigen Zyklus. Man spricht hier von warmen und kalten Phasen des Pazifiks bzw. der Pacific Decadal Oscillation.

Sonnenaktivität

Zusätzlich beeinflusst die Sonnenaktivität das Klima. Ihre Aktivität ist seit 1850 stark angestiegen. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts befindet sich die Sonne in einer ungewöhnlich aktiven Phase, wie Forscher der Max-Planck-Gesellschaft meinen. Die Sonnenaktivität ist demnach etwa doppelt so hoch wie der langfristige Mittelwert, und höher als jemals in den vergangenen 8.000 Jahren. Welche Rolle der Sonnenfleckenzyklus spielt, scheint noch nicht erforscht zu sein. Er hat eine durchschnittliche Periode von 11,1 Jahren.

Zenitstand der Sonne

Da der Zenitstand der Sonne innerhalb eines Jahres vom südlichen Wendekreis zum Äquator, nördlichen Wendekreis und zurück wandert, verlagert sich der Bereich der größten Sonneneinstrahlung. Das bedeutet auch, dass sich der Kalmengürtel im Laufe eines Jahres verschiebt. Und mit ihr die gesamte Passatzirkulation und atmosphärische Zirkulation. Diese Lageveränderung ist aber auch noch von der Land-Meer-Verteilung und von der Lage von Gebirgen abhängig.

Klimatische Auswirkungen von El Niño

Das Institut für Klima und Gesellschaft an der Colombia University hat die El Niño-Ereignisse analysiert. Die folgende Karte zeigt die typischen Auswirkungen von El Niño in Afrika, Asien, Australien und Neuseeland.

El Nino Auswirkungen in Asien und im Pazifik

El Nino Auswirkungen in Asien und im Pazifik

El Nino Auswirkungen in Asien und im Pazifik

Doch was bedeutet ENSO?

"ENSO" (El Niño Southern Oscillation) beschreibt den Zyklus der Erwärmung und Abkühlung des äquatorialen Pazifischen Ozeans und der Erdatmosphäre. Diese jahrelangen und mehrjährigen Veränderungen der ozeanischen und atmosphärischen Bedingungen haben weitreichende Auswirkungen auf Klima, saisonale Niederschläge, Stürme und Temperaturverläufe in drei Viertel der Welt. Sie beeinflussen die pazifische Wetterküche. Für die Phasen werden ENSO Warm Phase für El Niño und ENSO Cold Phase für La Niña verwendet. Außerdem gibt es ENSO neutral, die neutrale Phase.

Was ist eine Southern Oscillation?

Die "südliche Oszillation" bezieht sich auf den Meeresspiegeldruck im östlichen und westlichen Pazifik. Seine Auswirkung auf Temperatur, Niederschläge und Änderungen der Sturmeigenschaften, wie Häufigkeit, Stärke, Herkunft, Zugbahn, wird mit SO beschrieben. Während eines El Niño ist der Meeresspiegeldruck im östlichen und westlichen Pazifik tendenziell niedriger, aber das Gegenteil während eines La Niña. Diese Wippe im atmosphärischen Druck heißt "südliche Oszillation", oft abgekürzt als SO.

Was ist ein El Niño?

El Niño (spanisch für "der Junge, das Kind", "das Christuskind") nennt man das Auftreten ungewöhnlicher Strömungen im ozeanographisch-meteorologischen System des äquatorialen Pazifiks. Der Name ist vom Zeitpunkt des Auftretens zur Weihnachtszeit abgeleitet. Er stammt von peruanischen Fischern, die den Effekt wegen der dadurch ausbleibenden Fischschwärme wirtschaftlich spürten.

Die Klimaanomalie tritt hauptsächlich im Pazifikraum zwischen der Westküste Südamerikas und dem südostasiatischen Raum/Australien auf. Der Regen über ganz Südostasien bleibt über Monate während eines El Niño aus. Die Meeresspiegelhöhen steigen. Die Meeresoberflächentemperatur nimmt zu.

Der El Niño 2015/16 hat sich z. B. schon im März 2015 angekündigt. Zu diesem Zeitpunkt stellten die El-Niño-Vorhersagezentren in den USA und Australien erstmals typische Unterschiede der Oberflächentemperatur des Pazifiks fest, die auf einen El Niño hindeuteten. Denn wenn im Südwest-Pazifik die Oberflächentemperatur des Meeres um mehr als ein Grad steigt, ändert sich die Windrichtung. Das Ergebnis ist eine Kette von Wetterereignissen im gesamten Tropengürtel.

Beim aktuellen El Niño 2015/16 betrugen die Temperaturunterschiede während des Höhepunktes im Dezember 2015 bis zu sieben Grad. Es ist der stärkste gemessene El Niño-Effekt. Zuletzt hatte es ein vergleichbares Ereignis in den Jahren 1997/98 gegeben.

Ferner sind die Wintermonate bei einem El Niño in Süd- und Südostasien, im Süden Afrikas sowie im Nordosten Nordamerikas überdurchschnittlich warm. Im Süden Nordamerikas wird es dagegen zu kühl. Die hohen Temperaturen verursachen eine Korallenbleiche und das Absterben der Korallenriffe im Pazifik. In den Jahren 2015 bis 2016 ist nach 1998 und 2010 die dritte große Korallenbleiche seit Beginn der systematischen globalen Beobachtungen aufgetreten. Parasitische, virale und bakterielle Infektionskrankheiten nehmen in dieser Zeit zyklisch zu.

Tropical Haze durch El Niño

Direkte Effekte von El Niño sind Trockenheitsphasen in Teilen von Südostasien und Nordaustralien. Die fehlenden Niederschläge verursachen und verstärken Wald- und Buschbrände. Sie verschlimmern den Tropical Haze und verschlechtern die Luftqualität dramatisch.

Wa ist ein Tropical Haze?

Tropical Haze sind riesige Wolken aus Verbrennungsprodukten, die je nach Windrichtung weit auf das südchinesische Meer oder den Indischen Ozean getragen werden. Ab Mitte 1997 wurden z. B. circa 2 Millionen Hektar Wald auf Sumatra und Borneo inklusive waldbestandener, ökologisch wertvoller Torfflächen durch Brände vernichtet. Der Tropical Haze war halb so groß wie die Fläche der kontinentalen USA. Etwa 20 Millionen Menschen mussten wegen Asthma, Bronchitis, Augenreizungen und Herzbeschwerden behandelt werden. Der Rauch verursachte ein Schiffsunglück und den Absturz eines Airbus, wobei 234 Menschen umkamen. Die Touristenbuchungen gingen während des Tropical Haze um ein Drittel zurück.

Die beschriebenen Beeinträchtigungen wiederholen sich seither bei den nachfolgenden El Niño-Ereignissen in unterschiedlicher Stärke. Sie traten besonders intensiv beim El Niño von 2015/16 wieder auf. Oft wurden und werden unter diesen belastenden Bedingungen Schulen geschlossen.

Was ist La Niña?

In dieser Phase, die sich an einen El Niño anschließt, kühlt der östliche Pazifik ab. Das Tiefdruckgebiet über Indonesien entwickelt sich dann besonders stark. Die Passatwinde sind ebenfalls stark ausgeprägt. Sehr feuchte Luft steigt auf und erzeugt starke Regenfälle in der Region. La Niña unterdrückt die Wirbelsturmaktivität im Zentral- und Ostpazifik und verstärkt sie im Atlantik. Die Anzahl von tropischen Wirbelstürmen, Sturmschäden und Extremniederschlägen in der Karibik, Nordamerika und in Südostasien nimmt zu.

Einfluss von La Nina auf den Monsun

  • Unter La Niña-Bedingungen ist der Monsun über Indien und Südostasien besonders heftig.

  • Die Überschwemmungskatastrophen in Pakistan 2010 wurden z. B. auf das gleichzeitig ablaufende La Niña-Ereignis zurückgeführt, welches außergewöhnlich starke Monsunniederschläge mit großen Verlusten an Menschenleben, Zerstörungen von Infrastruktur, Häusern und landwirtschaftlichen Flächen verursachte.

  • Während La Niña-Jahren verlagert sich die Bildung von tropischen Wirbelstürmen über dem westlichen Pazifik weiter nach Westen, was für China die Gefahr des Übertritts auf's Land (Landfall) erhöht.

Was ist ein Monsun?

Monsune sind tropische Winde, die ihre Richtung halbjährlich um 120 Grad ändern. Der Wintermonsun über Indien entspricht dem tropischen Nordostpassat. Er bringt trockene, kühle Kontinentalluft über den indischen Subkontinent. Wenn die warme Luft in die Höhe strömt, entsteht eine Sogwirkung. Es bilden sich Tiefdruckgebiete um den Äquator. Die äquatoriale Tiefdruckrinne oder ein Kalmengürtel entsteht. Zum Sommer hin wandert der Kalmengürtel nach Norden bis zum Himalaya. Dadurch erreicht der Südostpassat die Nordhalbkugel. Er ändert seine Richtung wegen der Rechtsablenkung durch die Erdrotation auf Südwest. Die ozeanische Herkunft der Luftmassen führt über Südostasien zum lebenswichtigen Monsunregen. Störungen im System Atmosphäre und Ozean durch ENSO, El Nino und La Nina führen zu einer Verzögerung oder zum Ausbleiben der Monsune.

Was ist ein Kalmengürtel (ITC)?

Der Kalmengürtel wird auch innertropische oder intertropische Konvergenzzone (ITC für Inter Tropic Convergence) genannt. Das ist eine wenige hundert Kilometer breite Tiefdruckrinne in Äquatornähe im Bereich der von Norden und Süden aufeinandertreffenden Passatwinde. Sie ist durch Konvektionserscheinungen (Wärmetransport) und eine starke Quellbewölkung gekennzeichnet. Das bedeutet, dass die generelle Windstille in diesem Teil der Ozeane mehrfach am Tag durch Platzregen und Gewitter mit stürmischen und stark drehenden Böen unterbrochen wird. Über Land hängt die Heftigkeit der Unwetter von der örtlichen Luftfeuchtigkeit ab.

Was sind Passate?

Passate sind beidseitig des Äquators bis circa 25 Grad nördlicher sowie südlicher Breite auftretende Winde. Sie gleichen den Druck aus den Hochs der Rossbreiten in Richtung der äquatorialen Tiefdruckrinne (Kalmengürtel) aus. Auf der Südhalbkugel entsteht daraus eine allgemeine Strömungsrichtung Südost bis Süd aus dem pazifischen Hoch.

Der Nordost-Passat und Südost-Passat wehen beständig und sind 20-25 km/h schnell. In den Passatzonen sinkt die Luft ab. Dadurch wird die aufsteigende Luft am erwärmten Boden am Aufstieg gehindert. Sie kann nicht abkühlen, nicht kondensieren und keine Niederschlagswolken bilden (Passatinversion). Erst beim Zusammenströmen der Passate in der äquatorialen Tiefdruckrinne werden die Luftmassen zum Aufsteigen gezwungen und regnen sich ab. An Küsten mit kalten Meeresströmungen kann es zu ausgeprägter Nebelbildung, aber nicht zu Niederschlag kommen. Während der Wintermonate sind die Passate der Südhalbkugel besonders markant.

Der Passat auf der Nordhalbkugel wird durch die Coriolis-Kraft der Erdrotation nach rechts abgelenkt. Der Passat auf der Südhalbkugel wird nach links abgelenkt. Passatwinde sind wegen ihrer Entstehung aus dem subtropischen Hochdruckgürtel warme und trockene Winde. Wenn sie über Meeresflächen wehen, werden sie warm und feucht.

Einfluss von ENSO, El Nino und La Nina auf Passate

  • Passate tragen zur äquatorialen Temperaturveränderung der Meeresoberfläche bei, insbesondere durch den Auftrieb kalten Wassers im Osten.

  • Die östlichen Passate bewirken mit ihrer nach Westen gerichteten Windschubspannung eine zu den Polen gerichtete Strömung mit einem Aufsteigen von kaltem Wasser.

  • Dieses äquatoriale Upwelling reduziert die Meeresoberflächentemperatur vor allem im östlichen Teil des Ozeans um mehrere Grade.

  • Es entsteht ein Gebiet mit kühleren Temperaturen im östlichen Teil des Pazifiks, eine sogenannte Kaltwasserzunge.

  • Auf ihrem Weg über den Pazifik nehmen die Passate Hitze und Feuchtigkeit auf, die als Energiequelle für die Konvektion (Wärmetransport) über dem westlichen Äquatorialpazifik, Asien und Australasien dienen.

  • Über den Kaltwassermassen des östlichen Pazifik wird hoher Atmosphärendruck begünstigt.

  • Der den Pazifik überspannende Luftdruckgradient erhält die Stärke der Passate.

  • Während eines El Niño-Jahres schwächen sich die Passate über dem Pazifik ab. Über dem Westpazifik kehren sie sogar ihre Richtung um, sogenannte Westwindausbrüche treten auf. Die Ursache für das Abflauen der Passate ist ungeklärt.

Was sind Rossbreiten?

Die Rossbreiten sind nahezu windstille Meeresgebiete. Sie liegen im Bereich der subtropischen Hochdruckgebiete zwischen zwischen 25 und 35 nördlicher sowie südlicher Breite. Hier herrschen die höchsten Temperaturen und bestehen die größten Salzgehalte im küstenfernen ozeanischen Bereich. Durch das geringe Windaufkommen waren früher die Rossbreiten für Segelschiffe schwer zu durchfahren. Hielten die Flauten zu lange an, wurde das Wasser knapp. Um Wasser zu sparen und zu überleben, wurde das zu transportierende Vieh über Bord geworfen.

Pazifische Taifune, Hurrikane, Zyklone

Pazifische Taifune sind tropische Wirbelstürme des Nordwest-Pazifik. Sie treten westlich zwischem dem 100. und 180. Längengrad und nördlich des Äquators auf. Östlich des 180. Längengrads heißen die Wirbelstürme Hurrikane, im Südpazifik Zyklone. Die Hauptsaison geht vom Juli bis November. Die schlimmsten Taifune sind von Ende August bis Anfang September aktiv. Sehr wenige tropische Wirbelstürme bilden sich im Februar und in der ersten Hälfte des Monats Mai.

Im westlichen Becken des Nordpazifiks treten ein Drittel der weltweit verzeichneten tropischen Wirbelstürme auf. Nach Angaben der City University of Hong Kong bilden sich hier durchschnittlich 27 tropische Wirbelstürme. Davon verstärken sich 17 zu einem Taifun. Betroffen sind die Volksrepublik China, Hongkong, die Philippinen und Taiwan. Hier gelangen viele tropische Stürme ans Land.

2015 bildeten sich sechs Zyklone gleichzeitig. Nur einmal, im Sommer 1974 und somit zum Höhepunkt der Taifunsaison, waren sechs Wirbelstürme im Pazifik gleichzeitig registriert worden. Drei Taifune hintereinander bewegten sich Anfang Juli 2015 auf die Küsten Taiwans, Chinas und Japans zu: "Linfa", Chan-hom" und "Ningka".

Welche Auswirkungen haben die Klimaphänomene?

In Südostasien fallen El-Niño-Jahre trocken aus. Die Dürre 2015/16 führte in Indonesien dazu, dass die Waldbrände komplett außer Kontrolle gerieten. In Thailand, Vietnam, auf den Philippinen und den pazifischen Inselstaaten dezimiert die Dürre die Reis-, Kaffee- und andere Ernten um bis zu 60 %. Das könnte Ende 2016/2017 noch schlimmer werden, wenn der sich abschwächende El Niño in der zweiten Jahreshälfte in ein La-Niña-Phänomen übergeht. Dann ist der Westpazifik kälter als der Rest des Ozeans. Die bisher trockenen Gebiete müssen mit sturzflutartigen Regenfällen rechnen. Überschwemmungen, Erdrutsche und wiederum vernichtete Ernten werden die Folge sein. Zwischen 1876 und 1878 verhungerten z. B. 30 Millionen Menschen allein in Indien.

China

Das Land hat 2015 die höchsten Temperaturen seit 1951 gemessen. Es ist das Jahr, in dem die offiziellen Wetteraufzeichnungen begannen. Chinesische Metereologen glauben, dass die EL Nino-Erwärmung für die Zunahme des Smogs in Zentral- und Ostchina und im südchinesischen Perlfluß-Delta mit verantwortlich war. Landesweit gab es in der Volksrepublik China 2015 elf Perioden länger andauernden Smogs. Am schlimmsten waren die nordchinesischen Regionen und die Provinz Hebei mit den Metropolen Peking und Tianjin betroffen. Dort traten im vergangenen November und Dezember gleich vier längere Perioden gesundheitsgefährdenden Smogs auf.

Intensiver Regen verursachte ab März 2016 große Überschwemmungen in Städten in Südchina. Es gab 12 Starkregenfälle mit bis zu 165 Millimeter Regen in weniger als 24 Stunden. Die südchinesische Region Guangzhou wurde von den sintflutartigen Regenfällen besonders stark betroffen. Viele Abschnitte des Yangtze-Flusses, des längsten Flusses Asiens, standen 2016 bis zu 4,1 Meter höher als normal, höher als 1998. Die Überschwemmungen folgten 2016 einem ähnlichen Muster, wie es im letzten großen El Nino 1997-1998 geschah. Die sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen begannen im Juni 1997 und dauerten mehr als zwei Monate. Sie führten zum Tod von mehr als 3.000 Menschen. Mehr als 220 Millionen Menschen in 24 Provinzen Chinas waren betroffen.

Fiji Inseln

Am 20. und 21. Februar 2016 (El Niño von 2015/16) traf der tropische Wirbelsturm Wilson (Kategorie 5) auf die Fiji-Inseln und beeinträchtigte 40 Prozent der Bevölkerung. In den am stärksten betroffenen Gebieten kam es zu Totalausfällen der Ernte.

Hongkong

Im Winter (Dezember bis Februar) und im Frühjahr (März-Mai) beeinflusst El Niño die atmosphärische Zirkulation über dem nördlichen Teil des Südchinesischen Meeres. Er bringt mehr Regen als üblich. Während einer La Niña-Phase ist der Nordostmonsun über Südchina im Herbst (September bis November) und Winter (Dezember bis Februar) im Vergleich zum Dezember stärker. Die tropischen Wirbelstürme werden im August-Oktober wahrscheinlich von einem anomalen Lenkungsfluss in das Südchinesische Meer getrieben, weshalb mehr tropische Wirbelstürme Hongkong erreichen können.

ENSO Hongkong

ENSO Hongkong

ENSO Hongkong

Quelle: http://www.hko.gov.hk/lrf/enso/enso-impact.htm

Indien

Auch in Indien hat das ENSO-Phänomen einen wichtigen Einfluss auf das Klima. Die ungewöhnliche Erwärmung im Ostpazifik während eines El-Niño-Jahres ist mit einer Erwärmung im Indischen Ozean gekoppelt. Daraus folgen ein schwächerer Monsun und geringere Monsunniederschläge. El Niño-Phasen haben eine verlangsamende Wirkung auf die Passate. Sie schwächen die Sommer-Monsune über dem Indischen Ozean. Die Konsequenz sind geringere Niederschläge über Indien und Sri Lanka. Trockenperioden während der Monsunzeit heben den Abkühlungseffekt durch Niederschläge auf, was höhere Temperaturen während eines El Niños zur Folge hat. La-Niña-Phasen lassen die Niederschläge über Indien reichlicher ausfallen. Der Einfluss von ENSO auf Indien hat sich allerdings in den letzten Jahrzehnten abgeschwächt. Eine 126 Jahre umfassende Auswertung von Skymet zeigt, dass 90 % der El Niño-Jahre zu unterdurchschnittlichen Niederschlägen und 65 % zu Dürren in Indien führten. Die Niederschläge der Winter-Monsune im südlichsten Indien und auf Sri Lanka nehmen wegen verstärkter Nordostpassate zu.

Indonesien

Während des El Niño von 2015/16 lag der Reisanbau in den am meisten von Dürre betroffenen Landesteilen im Osten Indonesiens 40 % unter den Normalwerten. 2015 wurden 2,6 Mio ha Wald und landwirtschaftliche Flächen von Bränden vernichtet. (Zum Vergleich: Ab Mitte 1997 verbrannten mindestens 2 Millionen Hektar Wald auf Sumatra und Borneo inklusive waldbestandener, ökologisch wertvoller Torfflächen.) Die Feuer auf den Inseln Sumatra und Borneo loderten bis Oktober. Das Klimaphänomen El Niño und eine Anomalie in der Wassertemperatur im Indischen Ozean hätten die Bildung der verheerenden Brände begünstigt, schreiben Forscher. Die Waldbrände in Indonesien könnten mehr als 100.000 Menschen in Indonesien, Malaysia und Singapur das Leben gekostet haben. Dafür verantwortlich sei das Einatmen großer Mengen Feinstaub auf Kohlenstoff-Basis.

Malaysia

Im März und April 2016 erhielt Malaysia 60 Prozent weniger Niederschlag als in den Vorjahren. Die Temperaturen in Perlis und Kedah erreichten 41 Grad Celsius. Schulen mussten geschlossen werden. Nach El Niño zieht ein neues Wettergespenst auf, La Nina. Schwere Regenfälle, Sturzfluten und Überschwemmungen traten in Teilen von Malaysia bereits auf.

Papua Neu-Guinea

In Papua New Guinea war während des El Niño von 2015/16 ein Drittel der Bevölkerung (2,7 Mio. Menschen) von Dürre, Frost und Waldbränden betroffen.

Philippinen

Die fehlenden Niederschläge während eines El Niño-Ereignisses verstärken die Gefahr von Dürren. Die strengsten Dürren, die das Land in den letzten Jahrzehnten erfuhr, traten während der starken El Niños von 1982-83, 1986-87 und 1997-98 auf. Auch während des El Niño von 2015/16 warend die Philippinen von Niederschlagsdefiziten und Dürren betroffen. Anfang April 2016 kam es zu gewaltsamen Bauernprotesten, bei denen Regierungsunterstützung eingefordert wurde.

Singapur

Singapur erlebte 2016 den heißesten jemals verzeichneten Januar mit einer Durchschnittstemperatur von 28,1 Grad Celsius. Mehr als 600 Dengue-Fälle wurden in einer Woche verzeichnet, die höchste wöchentliche Zahl seit 2014.
Während der La Niña-Phase treten nassere und kühlere Bedingungen auf, besonders während der südwestlichen Monsunzeit (Juni - September) und im Oktober. Außerhalb dieser Saison ist der Einfluss von El Niño / La Niña für Singapur weniger wichtig.

Sri Lanka

Sowohl der saisonale Sri Lanka-Niederschlag als auch der zeitgenössische ENSO-Index zeigen eine bescheidene, aber signifikante Assoziation in den Monaten Januar bis März, Mai, Juli bis August und Oktober bis Dezember. El Nino führt zu feuchteren Bedingungen im Mai, Oktober, November und Dezember und zu trockeneren Bedingungen im Januar, Februar, März, Juli und August. Abgesehen von Januar bis März sind die Auswirkungen von La Nina umgekehrt, dass für El Nino. Der Niederschlag in diesem Zeitraum sinkt sowohl für El Nino und La Nina. Diese Beziehung zwischen Niederschlag und ENSO im Oktober bis Dezember, Januar bis März und Juli bis August sind statistisch signifikant.

Sri Lanka: La Niña 2016

Im Mai 2016 erreichten Sri Lanka extremste Regenfälle seit 24 Jahren. Erdrutsche und Überschwemmungen rissen auf der Insel im Indischen Ozean Dutzende Menschen in den Tod. Heftiger Monsunregen löste im Bergland von Sri Lanka gewaltige Schlammlawinen aus. Drei Dörfer wurden von Erdrutschen begraben. Landesweit suchten etwa 400.000 Menschen Zuflucht in Notunterkünften. 200.000 Menschen mussten die Hauptstadt Colombo verlassen. Mindestens 80 Menschen kamen ums Leben. Der Bezirk Kegalle, rund hundert Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Colombo, war von den Überschwemmungen am stärksten betroffen. Die Zahl der Vermissten wurde vom Katastrophenschutz mit 118 angegeben. Allein aus der 650.000-Einwohner-Stadt Colombo flohen rund 200.000 Menschen vor den Fluten. Zum Teil brachten sie sich mit Schlauchbooten und selbstgebauten Flößen in Sicherheit. Fast 300.000 Menschen kamen vorerst in den etwa 500 vom Staat betriebenen Aufnahmezentren unter, weitere 200.000 fanden Zuflucht bei Verwandten oder Freunden.

Thailand

Die 2015 durch El Niño verursachte Dürre war die schwerste seit 40 Jahren. 26 Provinzen wurden 2015 als "Dürre-betroffene" Gebiete erklärt. El Niño sorgte zum Jahreswechsel 2015/16 dafür, dass die Regenzeit komplett ausfiel. Das heiße Wetter verschärfte auch den Dengue-Ausbruch in Thailand. Laut einem Bericht vervierfachten sich die Dengue-Fälle innerhalb einer Woche. Wesentlich kältere Temperaturen und Niederschläge als üblich sind bereits Anzeichen für eine besonders starke La Nina-Phase ab Herbst 2016.

VAE

Das Nationale Zentrum für Meteorologie und Seismologie in Abu Dhabi veröffentlichte eine Analyse von mehr als 30 Jahren Niederschlagsdaten von fast 100 Wetterstationen in den VAE. Sie lieferten den Beweis für eine echte Verbindung zwischen dem Niederschlag in der Region und den seltsamen Ereignissen im Pazifik. Obwohl mehr als 15.000 Kilometer entfernt, spüren die VAE innerhalb von etwa drei Monaten nach dem Beginn von El Nino die Auswirkungen. Die Zeitverzögerung widerspiegelt die riesigen Distanz. Bestätigt ist, dass ein El Nino im Pazifik in der Regel feuchtes Wetter in den VAE bewirkt. Die Überschwemmungen in 2008 und 2013 werden als Effekt von El Nino gewertet.

Noch anfälliger sind die VAE für La Nina, die Kühlung von Teilen des Pazifik. Diese tritt mit Dürreperioden und sehr großer Hitze auf. Im Laufe der Jahrzehnte gibt es eine langsame, aber stetige Verschiebung hin zu niedrigeren Niederschlägen und höheren Temperaturen.

Vietnam

Vietnam litt 2016 unter der schwersten Dürre seit 90 Jahren. Laut Regierungsangaben wurden 139.000 Hektar Reisfelder beschädigt. Mehr als 195.000 Familien hatten laut UN-Angaben zu wenig Wasser, um ihren Tagesbedarf zu decken. Während des El Niño von 2015/16 riefen 15 Provinzen den Dürrezustand und den Notstand aufgrund des Eindringens von Salzwasser aus. China öffnete einen Mekong-Staudamm, um seinen Nachbarn Vietnam bei der Bewältigung einer schweren Dürre unterstützen.

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